Welt 01.06.2026
21:56 Uhr

„Dich kann es auch treffen“ – Heidi Reichinnek macht für das Bündnis „Widersetzen“ mobil


Das Bündnis „Widersetzen“ will den Bundesparteitag der AfD in Erfurt verhindern. Dafür bekommen die linken Aktivisten auch prominente Unterstützung von Heidi Reichinnek.

„Dich kann es auch treffen“ – Heidi Reichinnek macht für das Bündnis „Widersetzen“ mobil

Die AfD will Anfang Juli in Erfurt ihren Bundesparteitag abhalten, linke Aktivisten wollen das verhindern. In den sozialen Medien macht das Bündnis „Widersetzen“ für seine geplante Blockade-Aktion gegen die „faschistische Zusammenrottung“ in der thüringischen Hauptstadt mobil. Besonders durch eine prominente Unterstützerin von der Linkspartei bekommen die Aktivisten dabei viel Aufmerksamkeit. Auf der Instagram-Seite des Bündnisses werden Unterstützer präsentiert, darunter befindet sich gleich mehrmals Heidi Reichinnek. Auf einer Kachel vom 16. Mai wirbt die Linken-Fraktionschefin für Spenden, mit denen das Bündnis seine Aktionen finanziert. Dazu verweist Reichnnek auch auf den AfD-Bundesparteitag in Erfurt. „Schließt euch den Protesten an!“, heißt es. Am Montag legten die Linken-Politikerin und das Bündnis noch einmal nach, dieses Mal mit einem Video von Reichinnek, unterlegt mit dramatischer Musik. „Ich glaube, die meisten Menschen haben in sich ein grundlegendes Gerechtigkeitsgefühl. Die wollen, dass es ihnen selber gut geht, aber eben auch den Menschen um sich herum“, erklärt Reichinnek. „Dann merkt man aber in dieser Gesellschaft, in diesem Land, dass es Strukturen und Systeme gibt, die genau daran arbeiten, dass das nicht so ist. Der Faschismus in Deutschland, der war nie weg.“ Viele hätten sich nach dem Zweiten Weltkrieg gewünscht, mit dem Faschismus nichts mehr zu tun zu haben, „Augen, Ohren zugehalten und gedacht, es wird schon vorbeigehen, aber der war immer da“, warnt sie und kommt auf Frauenrechte und gesellschaftliche Ungleichheiten zu sprechen. Faschismus zeige sich gerade an so vielen Stellen. „Wenn du eine Frau bist, dann merkst du doch, wie andere über deinen Körper entscheiden wollen, wie andere dir sagen wollen, welche Rolle du einnehmen darfst, was du sagen darfst und was nicht und wie vor allen Dingen auch“, nennt Reichinnek Beispiele. „Einige denken, dass du eine Ware bist, über die sie einfach verfügen können.“ Sie sei zwar der festen Überzeugung, dass die Gesellschaft grundlegend solidarisch sei, aber „dich kann es auch treffen“, warnt Reichinnek. Daher bringe es nichts, leise zu sein oder sich wegzuducken. „Deswegen ist es so wichtig, dass wir gemeinsam dagegen ankämpfen.“ Auf dem Höhepunkt des Videos wird die Musik vom Klang eines pochenden Herzens abgelöst, dann fragt Reichinnek: „Und was machst du?“ Auch Bundestags-Vizepräsident wirbt für Bündnis Heidi Reichinnek ist nicht die erste Linken-Politikerin, die das Bündnis „Widersetzen“ unterstützt. Auch Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow wirbt für die Proteste (verlinkt auf https://www.instagram.com/p/DXBzS8mDPmQ/) , die er in einem Video als „Selbstermächtigung“ bezeichnet. Auf der Homepage (verlinkt auf https://widersetzen.com/) des „antifaschistischen Aktionsbündnisses“ heißt es unter anderem: „Es gibt keine Neutralität gegenüber dem Faschismus. Wer heute keinen Widerstand leistet, erwacht morgen in einer Diktatur“. In einer Art Werbevideo des Bündnisses ist zu sehen, wie sich junge Menschen auf den AfD-Parteitag wie auf ein Fußballspiel oder einen Boxkampf vorbereiten sollen: „Mit massenhaften, zivilen Ungehorsam protestieren wir gegen Faschismus und rechte Politik.“